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TU Berlin

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Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie – Allgemeines und Spezifisches

In der Psychologischen Beratung können wir in einem Gespräch mit Ihnen klären, ob eine Psychotherapie für Sie sinnvoll ist und welche Therapieform Ihnen am ehesten entspricht. Auch können wir Sie bei der Suche nach einem Therapieplatz unterstützen.

Was ist Psychotherapie und wann ist eine Psychotherapie ratsam?

Psychotherapie bedeutet wörtlich übersetzt „Behandlung der Seele“. Mit psychologischen Methoden werden Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und behandelt.
Wenn Sie Ihre psychischen Belastungen allein nicht mehr bewältigen können und diese Ihren  Alltag, Ihre Beziehungen sowie Ihre Studierfähigkeit einschränken,  könnte eine Psychotherapie angezeigt sein. Dann sollten Sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen.

Wer führt eine Psychotherapie durch?

Eine Psychotherapie wird von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten durchgeführt. Diese haben in der Regel ein Diplom/Master Abschluss  in Psychologie oder Medizin und erlangen durch eine auf ihr Studium aufbauende Aus- bzw. Weiterbildung ihre Approbation (staatliche Behandlungserlaubnis) in Psychotherapie.
Eine Psychologische Psychotherapeutin/ein Psychologischer Psychotherapeut  verwendet keine Medikamente. Ihr/sein Behandlungsansatz ist ein anderer. Sie/er unterstützt die Patientin/den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden. Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss, oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet die Psychologische Psychotherapeutin/der Psychologische Psychotherapeut mit Ärztinnen /Ärzten zusammen.

Welche Psychotherapieverfahren gibt es?

Es gibt unterschiedliche psychotherapeutischen Verfahren. Diese unterscheiden sich in Ihrem Verständnis darüber, wie psychische Krankheiten entstehen und in ihrem Therapiekonzept. Von den gesetzlichen und in der Regel auch den privaten Krankenkassen werden zurzeit nur die sogenannten „Richtlinienverfahren“ bezahlt: Dies sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie analytische Psychotherapie.

Analytische Therapie

Die analytische Psychotherapie steht in der Tradition der klassischen Psychoanalyse, die auf Sigmund Freud zurückgeht und die älteste Form der Psychotherapie ist. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten entwickelt, die jedoch in ihrem Verständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen größtenteils übereinstimmen.
Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren. Die analytische Therapie  geht davon aus, dass persönliche Lebenserfahrungen und vor allem deren konflikthafte unbewusste Verarbeitung psychische Erkrankungen mitverursachen oder aufrechterhalten können. Führen die Lebenserfahrungen zu unbewussten Konflikten, können daraus psychische und körperliche Beschwerden entstehen. In der analytischen Psychotherapie stehen diese Lebenserfahrungen und deren Verarbeitungen in der Gegenwart im Zentrum der Behandlung. Analytische Psychotherapeutinnen/ analytische Psychotherapeuten unterstützen Sie, sich dieser unbewussten Prozesse bewusst zu werden und damit Unverständliches dem bewussten Erleben zugänglich zu machen. Sie lassen Sie beschreiben, was Ihnen durch den Kopf geht und wie Sie sich innerlich fühlen, ohne das Gesagte zu bewerten oder zu beurteilen. Sie achten nicht nur darauf, was Sie mitteilen, sondern auch darauf, wie Sie mit sich und Ihrer Psychotherapeutin beziehungsweise Ihrem Psychotherapeuten umgehen. Im Behandlungsverlauf ergibt sich eine Art Muster, welches erkennen lässt, wie Sie unbewusst mit sich und anderen Menschen umgehen. Außerdem wird geklärt, ob dieser Umgang, der in früheren Situationen sinnvoll war, dem gegenwärtigen Leben angemessen ist oder zu unangemessenem Erleben und Verhalten bzw. zu Krankheitssymptomen führt.
Während einer analytischen Psychotherapie liegen Sie in der Regel auf einer Couch und haben keinen Blickkontakt zur Psychotherapeutin/ zum Psychotherapeuten. Das hat den Vorteil, dass Sie in Ihren Gedanken und Gefühlen freier sind und sich mehr Ihrer inneren Welt, den Gedanken, Gefühlen und inneren Bildern zuwenden können.
Die analytische Psychotherapie ist eine Langzeittherapie und dauert mindestens zwei  Jahre. Sie vereinbaren mit Ihrer Psychotherapeutin beziehungsweise Ihrem Psychotherapeuten in der Regel zwei  bis drei Therapiesitzungen pro Woche.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt. Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich: Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt. Allerdings konzentriert sich die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts“ und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten.
Der Patient soll durch Einsichten in Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt. Die Behandlung findet im Sitzen statt und dauert ein halbes bis zwei  Jahre.

(Kognitive) Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen aufgrund psychischer und sozialer Merkmale, die sich im Verlauf der Lebensgeschichte herausgebildet haben, sowie genetischer und körperlicher Faktoren unterschiedlich anfällig für psychische Erkrankungen sind. Vor diesem Hintergrund können belastende Erfahrungen oder Stress eine psychische Krankheit erstmals auslösen. Andere Faktoren können Menschen auch vor psychischen Krankheiten schützen: zum Beispiel vertrauensvolle, stabile Beziehungen; die Fähigkeit, sich selbst und andere genau wahrzunehmen, oder der Sinn, den Sie in Ihrem Leben und in Ihren Aufgaben sehen. Reaktionen der Umwelt auf die psychische Problematik, das eigene Bewältigungsverhalten und die Eigendynamik psychischer Erkrankungen beeinflussen den weiteren Verlauf der Erkrankung.
In der Verhaltenstherapie erarbeiten die Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten mit Ihnen zunächst eine Erklärung, warum Sie seelisch erkrankt sind. Sie verabreden mit Ihnen konkrete Therapieziele und leiten aus den Ursachen und Bedingungen der Erkrankung spezifische Behandlungsmaßnahmen ab. Eine Verhaltenstherapeutin beziehungsweise ein Verhaltenstherapeut ermutigt Sie, die Art und Weise, wie Sie andere sehen oder wie Sie sich in bestimmten Situationen verhalten, genauer zu betrachten und sich zu fragen, welchen Einfluss das auf Ihr Befinden hat und was sich daran ändern lässt. Sie helfen Ihnen zum Beispiel, negative Gedanken und deren Einfluss auf Ihre Gefühle und Ihr Verhalten zu erkennen und im Alltag hilfreiche Gedanken zu entwickeln und neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Das kann zum Beispiel bedeuten, gemeinsam mit der Psychotherapeutin beziehungsweise dem Psychotherapeuten Situationen außerhalb der Praxis oder Klinik aufzusuchen, die Ihnen Angst machen. Oder dass Sie die Art und Weise, wie Sie sich selbst sehen und Ihre Beziehungen gestalten, mit Ihrer Psychotherapeutin/Ihrem Psychotherapeuten analysieren und bearbeiten. Die Psychotherapeuten unterstützen Sie, Ihre Verhaltensmuster, die Sie sich über Ihr Leben angeeignet haben, besser zu verstehen und sich so zu ändern, dass Ihr Leiden gelindert wird.
Bei einer Verhaltenstherapie sitzen Sie der Psychotherapeutin beziehungsweise dem Psychotherapeuten gegenüber. Die Anzahl und die Frequenz der Therapiesitzungen werden je nach Art der Störung zwischen Patientin/Patient und Psychotherapeutin/Psychotherapeut vereinbart. Die Behandlung dauert in der Regel ein halbes bis ein Jahr, gegebenenfalls länger.

Systemische Therapie
Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur die einzelne Patientin/den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung,  sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie sowie die Umgebung der  Patientin/des Patienten mit ein. Eine psychische Erkrankung einer einzelnen Patientin/eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des Systems, d. h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen.
Die Psychotherapeutin beziehungsweise der Psychotherapeut wird  versuchen, die Störungen im System zu identifizieren und mit der Patientin/ dem Patienten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Die Systemische Therapie geht davon aus, dass die Besserung der psychischen Beschwerden innerhalb der Therapiesitzungen angestoßen wird, dass aber die entscheidenden Veränderungen zwischen den Sitzungen erfolgen. Deshalb können die Abstände zwischen den Therapiesitzungen auch länger sein. Zu Beginn der Therapie können sie zwischen ein bis zwei Wochen und gegen Ende bis zu sechs oder acht Wochen betragen. Insgesamt dauern Systemische Therapien meist nicht länger als 25 Therapiesitzungen, es können aber auch Langzeittherapien durchgeführt werden. Die einzelnen Therapiesitzungen finden als Einzel- oder Doppelstunden statt.

Gesprächspsychotherapie
Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch  „klientenzentriert“ oder „personzentriert“ genannt.  Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte der Patientin/des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt. Die Gesprächspsychotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit in sich trägt, sich positiv zu entwickeln und zu entfalten. Er ist deshalb auch bei einer psychischen Störung selbst am besten in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten. In der Gesprächspsychotherapie gilt die Patientin/der Patient als „Expertin/Experte ihrer/seiner selbst“. Deshalb steht die Selbsterforschung im Mittelpunkt der Therapie. Mit Hilfe einer klientenzentrierten Gesprächsführung, in welcher der gefühlsmäßigen Bedeutung besondere Beachtung geschenkt wird, soll die Patientin/der Patient sich selbst verstehen und annehmen lernen.
Bei einer Gesprächspsychotherapie sitzen sich Patientin/Patient und Psychotherapeutin beziehungsweise Psychotherapeut gegenüber. Die Behandlung dauert in der Regel ein halbes bis ein Jahr mit einer Therapiesitzung in der Woche.

Gestalttherapie
Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen. Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt. Die Patientin/der Patient wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand der Patientin/des Patienten im Hier und Jetzt konzentriert.
Die Psychotherapeutin/ der Psychotherapeut versucht, die Patientin/ den Patienten zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich ihren/seinen Problemen zu stellen und Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ziel der Gestalttherapie ist die Entwicklung der Patientin/des Patienten zu einem ganzheitlichen Individuum, welchem alle Teile seiner Persönlichkeit, seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst sind (die so genannte „gute Gestalt“).

Wer übernimmt die Kosten für die Psychotherapie?

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Das heißt, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Therapieformen, die als „Richtlinienverfahren“ gelten (analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie). Eine Psychotherapie ist allerdings eine „antragspflichtige Leistung“, das heißt, Sie müssen nach den Probesitzungen („probatorischen Sitzungen“) einen Antrag zur Bewilligung weiterer Sitzungen stellen. Das entsprechende Formular sowie weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Psychotherapeutin/ Ihrem Psychotherapeuten. In der Regel übernehmen Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten für Sie die meisten dieser verwaltungstechnischen Angelegenheiten. Sie brauchen das Formular nur  noch durchzulesen und zu unterschreiben. Hat die Krankenkasse Ihren Antrag auf Psychotherapie genehmigt, übernimmt sie die Kosten für eine Psychotherapie, und zwar vollständig. Sie müssen nichts zuzahlen.
Die gesetzlichen Krankenkassen können einen Antrag ablehnen. Gegen einen ablehnenden Bescheid können Sie Widerspruch einlegen. Wird auch der Widerspruch abgelehnt, können Sie Klage beim Sozialgericht einreichen, die für jeden kostenfrei ist.

Private Krankenversicherung (PKV)
Die Leistungen der privaten Krankenversicherung sind nicht einheitlich geregelt. Entscheidend ist, was die Versicherte/der Versicherte und ihre/seine Versicherung vertraglich vereinbart haben. Viele private Krankenversicherungen lehnen jedoch einen Versicherungsschutz für psychisch kranke Menschen ab oder schränken die Leistungen im Fall einer psychischen Erkrankung ein. Auch die privaten Krankenversicherungen erstatten meist nur die Kosten für Behandlungen mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren („Richtlinienverfahren“). In jedem Fall ist es ratsam, sich vor Behandlungsbeginn die Kostenübernahme schriftlich bestätigen zu lassen.

Keine Krankenversicherung oder Selbstzahler
Sind Sie nicht krankenversichert und befinden sich in einer finanziellen Notlage, können Sie die Finanzierung einer Psychotherapie auch beim Sozialamt beantragen. Tragen Sie die Kosten für die Psychotherapie selbst, werden Sie meist wie eine Privatversicherte/ein Privatversicherter behandelt. Die Kosten der Behandlung richten sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten. Über die Art, die Dauer und die Kosten der Behandlung sollten Sie vor Beginn der Behandlung klare, möglichst schriftliche Absprachen treffen.

Alternativen zu langen Wartelisten

Kostenerstattung
Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) und Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, Ihnen eine Psychotherapie zu ermöglichen. Wenn Sie jedoch innerhalb einer angemessenen Wartezeit keine kassenzugelassene Psychotherapeutin/keinen kassenzugelassenen Psychotherapeuten finden, können Sie sich diese Leistung selbst beschaffen. Ihre Krankenkasse ist verpflichtet, die entstandenen Kosten zu erstatten (§ 13 Abs. 3 SGB V). Die Gerichte lehnen Wartezeiten, die über sechs Wochen hinausgehen, als unzumutbar ab, und Ihnen sind mehr als fünf Anfragen bei Vertragsbehandlerinnen/ Vertragsbehandlern aus fachlichen Gründen und im Sinne des Gebots einer humanen Krankenbehandlung nicht zuzumuten.
Haben Sie eine Psychotherapeutin/ einen Psychotherapeuten gefunden, der nicht kassenzugelassen ist, aber einen freien Therapieplatz zur Verfügung stellen kann, müssen Sie vorab bei Ihrer Krankenkasse klären, ob diese die Kosten der Behandlung übernehmen wird. Fragen Sie die Sachbearbeiterin/den Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse, wie Sie erfolgreich einen Antrag auf Kostenerstattung für Psychotherapie stellen können. Betonen Sie, dass die Therapie dringend erforderlich ist und Sie keinen Behandlungsplatz bei einer kassenzugelassenen Therapeutin/einem kassenzugelassenem Therapeuten innerhalb der nächsten Monate finden konnten. Für die Antragstellung genügt ein formloses Schreiben, in dem Sie Ihre Gründe darlegen, warum Sie eine außervertragliche psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen möchten. Dem Antrag sollten Sie folgende Belege zufügen:

  • Notwendigkeits- bzw. Dringlichkeitsbescheinigung ausgestellt von einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten oder Ärztin/Arzt, dass die Psychotherapie notwendig, dringlich und nicht weiter aufschiebbar ist.
  • Nachweise, die belegen, dass Sie innerhalb einer zumutbaren Wartezeit keinen Therapieplatz bei einer zugelassenen Therapeutin/einem zugelassenen Therapeuten erhalten haben. Manche Krankenkassen verlangen schriftliche Ablehnungen, anderen reichen Dokumentationen der Telefonate (Notizen über Datum, Uhrzeit und Ergebnis der Telefonate mit den Vertragspsychotherapeuten).

Ihre Psychotherapeutin/ ihr Psychotherapeut begründet zusätzlich aus seiner Sicht noch einmal kurz Ihren Antrag und beantragt dann auf entsprechenden Formblättern die „Bewilligung außervertraglicher probatorischer Sitzungen und einer Psychotherapie“.
Sie sollten beim Einreichen der Unterlagen bei der Krankenkasse darauf achten, dass wegen Ihres Datenschutzes keine Einzelheiten Ihrer Erkrankung aufgeführt sind. Die Behandlung kann beginnen, wenn Ihre Krankenkasse die Übernahme der Kosten schriftlich zusichert.


Ambulanzen an Ausbildungsinstituten für Psychotherapeuten
Vor dem Beginn der Ausbildung  zur psychologischen Psychotherapeutin bzw. zum psychologischen Psychotherapeuten steht ein abgeschlossenes Psychologiestudium (Diplom / Master).  
Der erste Teil der Ausbildung beinhaltet dann min. eineinhalb Jahre (1800 Stunden) praktische Tätigkeit, die zumeist in psychiatrischen Kliniken absolviert wird.
Der zweite Teil sieht dann die ambulante Behandlung in der Ambulanz des Ausbildungsinstitutes – unter der Begleitung erfahrener Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten – vor.
Hier ist es für gesetzlich Versicherte möglich, relativ schnell (durchschnittliche Wartezeit 1 Monat) an einen Therapieplatz zu gelangen.

Woher weiß ich, welcher Therapeut / welche Therapeutin der/die Richtige für mich ist?

Hören Sie auf Ihre innere Stimme! Es ist wichtig, dass Sie sich bei Ihrer Psychotherapeutin/Ihrem Psychotherapeuten gut aufgehoben fühlen und eine Vertrauensbasis besteht. Ein positives und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patientin/Patient und Psychotherapeutin/Psychotherapeut ist eine wichtige Voraussetzung für den Therapieerfolg.

Nach wissenschaftlichen Studien können die meisten Patientinnen und Patienten bereits nach einigen probatorischen Sitzungen gut beurteilen, ob sie mit Ihrer/Ihrem Therapeutin/ Therapeuten zurechtkommen. Vereinbaren Sie deshalb zunächst einen Termin für eine probatorische Sitzung, bei kassenzugelassenen Behandlerinnen /  Behandlern übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

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