direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Tipps aus dem All von Prof. Manzey

(Prof Dr. Manzey leitet das Fachgebiet für Arbeits-, Ingenieurs- und  Organisationspsychologie an der TU Berlin.)

Was hat die aktuelle Situation mit dem Aufenthalt im All zu tun?

-        Die Analogie zu einer Austronautin oder einem Astronauten liegt nahe. Jedoch muss man bedenken, dass diese sich freiwillig in diese Situation begeben haben, sich für sie damit der eigentliche Sinn ihrer Berufstätigkeit erfüllt und dies für die Studierenden gerade mit Sicherheit nicht zutrifft.

Was sind die größten Herausforderungen im All?

-        Man könnte denken, dass die dauerhafte räumliche Nähe auf der ISS zu den anderen Astronaut*innen zu vermehrten Konflikten untereinander führe, aber es sind eher andere Themen, u.a. die Frage nach der Sinnhaftigkeit, sich in diese Bedingungen begeben zu haben, nach der Arbeitsbelastung oder dem Umgang mit Routine und Langeweile.

Was hilft Astronaut*innen, mit der monatelangen Isolation (gemeinsam mit anderen auf der ISS) umzugehen?

-        Die wesentlichen hilfreichen Faktoren, die zur psychologischen Unterstützung von Astronaut*innen verwendet werden, und die wir im Coaching immer wieder besprechen, sind:

1.     Soziale Einbindung: Regelmäßige, persönliche Kontakt mit Familie, Freund*innen – am besten sogar terminiert, d.h. immer an festen Wochentagen zu festen Zeiten. Das hilft, sein Netzwerk aufrechtzuerhalten, sich nicht zu alleine zu fühlen und etwas zu haben, worauf man sich freuen kann.

2.     Struktur: Von ebenso großer Bedeutsamkeit ist eine regelmäßige Tagesstruktur. Die Astronautinnen und Astronauten haben auf der ISS einen stabilen Arbeitsrhythmus und bekommen beispielsweise jeden morgen vom Ground Control ein Tagesprogramm, das sie abarbeiten. Es wird dann auch besprochen, was man davon geschafft hat und was nicht und was das Umsetzen behindert hat. Das hilft, sich kleine Ziele zu setzen und umzusetzen. An freien Tagen, die es dort auch gibt, strukturieren sie sich die Tage selbst und arbeiten dann ihr eigenes Programm ab. Das scheint mir ein sehr wichtiger Faktor zu sein. 

3.     Informationen: Astronaut*innen werden regelmäßig mit Informationen und Nachrichten von der Erde versorgt. Gerade das Gefühl nicht zu wissen, was "unten" passiert wird, kann enormen Stress auslösen. Deswegen sind klare und verständliche Informationen wichtig. Auch wertschätzende Rückmeldungen zur eigenen Arbeit sind Astronaut*innen sehr wichtig. 

4.     Einstellung: Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Einstellung zu der derzeitigen Situation. Wenn Astronaut*innen nur darüber nachdenken, was gerade unangenehm und schwierig ist, ist es insgesamt belastender, als die neuen Möglichkeiten und Erfahrungen zu sehen, die sie gerade haben und machen. Für die gegenwärtige Situation von uns allen bedeutet das: Vieles fällt weg, aber auch Räume für neue Ideen und Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen. Es hilft, den Fokus nicht nur auf das Verlorene zu legen, sondern auch zu schauen, was gewonnen wird.

Danke, Herr Prof. Manzey! Wir fanden Ihre Einblicke richtig spannend!

Und was heißt das jetzt für Sie als Studierende? Wie kann man die Tipps auf der Erde umsetzen?

 

 

 

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.

Psychologische Beratung
Hauptgebäude der TU Berlin
Raum 0059/60/61/62
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin

Webseite